Kredit und Finanzen

Bonitätsauskunft oft willkürlich und intransparent

Nach einer neuen Untersuchung wird das Verfahren der Bonitätsauskunft kritisch beurteilt. Die Kriterien anhand derer entschieden wird, ob ein Unternehmen oder eine Privatperson zahlungswillig ist und kein finanzielles Risiko für Ausfälle darstellt, sind der Studie nach ungeeignet. Neben den Hauptkriterien gibt es so genannte „weiche Merkmale“. Hier werden Angaben gesammelt, die sich auf Zahlungsstörungen und Anschriften beziehen.

Anhand dieser Merkmale wird der Verbraucher nun analysiert und zum Beispiel die Frage entschieden, ob einem Kreditantrag stattgegeben wird oder nicht. Ein Zusammenhang zum Beispiel zwischen der Postanschrift und der Zahlungsmoral ist jedoch fraglich.

Experten empfehlen daher, sich auf harte Fakten zu konzentrieren. Derartige negative Merkmale reichen von der Konkurseröffnung, einer privaten Insolvenz bis hin zur Haftanordnung.

In all diesen Fällen sollte schon aus Eigeninteresse des Verbrauchers auf einen Kredit verzichtet und stattdessen eine Umschuldung eingeleitet werden.

Aus gegebenem Anlass muss auch darauf hingewiesen werden, dass gerade einkommens- und bonitätsschwache Personen immer wieder ins Visier von Abzockern geraten, die ihnen etwa Kredite für Arbeitslose anbieten. Wieso keine normale Bank einen solchen Kredit anbietet, haben wir auf der folgenden Seite einmal ausgearbeitet: Kredite für Arbeitslose.

Die Daten, die in Amtsgerichten gespeichert sind, können ebenfalls zu Rate gezogen werden. Kunden, die eines der oben genannten Merkmale aufweisen, sollten als Zahlungsmöglichkeit nur sichere Zahlarten wie etwa Vorauskasse angeboten und auf eine Kreditvergabe verzichtet werden.

In den deutschen Schulden-Registern sind ungefähr 3 Millionen Menschen registriert. Bei ihnen sind mindestens ein oder sogar mehrere negative Merkmale zu finden. Diese Gruppe ist häufig mittellos bzw. liegt mit ihren monatlichen Mitteln unter oder an der Pfändungsfreigrenze und eine Kreditwürdigkeit ist nicht mehr vorhanden.

Für Unternehmen es ist schwierig, das Risiko von Zahlungsausfällen sicher einzuschätzen. Zum einen wird durch das genaue System ein Kundenkreis ausgeschlossen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit doch seinen Zahlungen nachkommt, zum anderen ist aber auch das Risiko eines Zahlungsausfalles extrem hoch.

Derzeit gibt es Anbieter, die die Bonitätsinformationen so aufarbeiten, dass mehr Transparenz möglich ist. Eine dieser Anbieter, die Firma Supercheck (welche sich nicht nur mit Bonitätsinformationen, sondern auch mit der Recherche nach verschollenen Personen befasst, wie man auf journalismus.com nachlesen kann), bedient sich beispielsweise nur der harten negativen Merkmale. Das Risiko kann so objektiv eingeschätzt werden.

Besonders problematische negative Merkmale, die in bestimmten Branchen häufig auftreten. So sind hier Streitfälle z.B. mit Mobilfunkanbietern ein Fehlsignal. Dieselbe Person könnte beispielsweise die Rate für den Neuwagen dennoch pünktlich und regelmäßig zahlen.

Anhand dieses einfachen Beispiels sehen wir, dass vielen Unternehmen durch die ausschließliche Berücksichtigung harter Bonitätsdaten ganze Kundenkreise verloren gehen. Es ist also notwendig, je mehr Information vorhanden sind, diese auch immer genau zu differenzieren.

Darüber hinaus steht, wie man auf „Verbraucherschutz: Kredit-Scoring in der Kritik“ nachlesen kann, das ganze System der Bonitätseinstufung in der Kritik, Verbraucherinteressen zu beeinträchtigen und fragwürdige Merkmale in die Bewertung der Kreditwürdigkeit einfließen zu lassen. Auch der bekannte Finanzblog24.net befasst sich auf „Scoring-Verfahren – willkürlich und intransparent“ mit den Unlänglichkeiten der derzeitigen Bonitätseinstufung und fördert Interessantes zu Tage. So ist laut seinem Artikel die für den Abschluss eines Kredites entscheidende Kennziffer eine andere, als diejenige, welche ein Verbraucher bei der Abfrage seines Basisscores durch die Schufa mitgeteilt bekommt. Die Unternehmen täten gut daran, sich intensive mit diesem Thema auseinander zusetzen, um neue umsatzstarke Kunden zu gewinnen. Letztlich lässt sich das Risiko wenn überhaupt nur minimieren. Gänzlich ausschließen lässt sich ein Zahlungsausfall nicht.

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