Grundlagen zu Basel I
Grundlagen zu Basel II
Mindestkapitalanforderung
Kreditausfallrisiken
Standardmethode
IRB-Ansatz
Rating im Retail-Segment
Rating bei Beteiligungen
Rating von Unternehmen
Ratingagenturen
Ratingprozess
Vor- und Nachteile des Ratings
Operationelle Risiken
Marktrisiken
Bankaufsichtliche Überprüfung
Marktdisziplin
Finanzierungsauswirkungen
IRB-Ansatz zur Bewertung des Risikos von Kreditausfällen
Während es sich beim auf der vorangegangenen Seite vorgestellten Ansatz nach der Standardmethode um ein externes Rating handelt, wird beim IRB-Ansatz die Eigenmittelunterlegung in einem internen Rating ermittelt. Hierzu fließen kreditnehmerspezifische und kreditspezifische Faktoren in den Ratingprozeß der Banken ein. So können diese ein differenziertes Risikomessverfahren entwickeln, die Kreditrisiken erfassen und diese mit entsprechendem Eigenkapital abdecken.
Nach einigen Unstimmigkeiten wurde das bankinterne Rating in das Papier von Basel II aufgenommen. Auslöser war, dass einige Banken schon über ein solches internes System verfügten um das Kreditrisiko ihrer Schuldner abzuschätzen. Da kleinere Unternehmen kein externes Rating benötigen, konnten sie mit dem IRB-Ansatz Kosten sparen.
Die IRB-Ansätze werden - entsprechend den Monatsberichten der Deutschen Bundesbank - in drei Bereiche untergliedert:
- Die relevanten Risikokomponenten
- Die Berechnung der risikogewichteten Aktiva
- Die Mindestanforderungen, die Banken erfüllen müssen, wenn sie sich für den IRB-Ansatz qualifizieren möchten
Basisansatz und fortgeschrittener Ansatz
Um möglichst vielen Banken ein internes Rating zu ermöglichen, wurden die IRB-Ansätze noch einmal unterteilt (da kostenspielig und aufwändig). So gibt es den Basisansatz und den fortschrittlicheren Ansatz. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Angaben von internen Schätzungen, die von der Bank gemacht werden, und die von den Aufsichtsbehörden festgelegt werden.
| Datenangaben | IRB-Basisansatz | Fortgeschrittener IRB-Ansatz |
| Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (EAD) | Aufsichtliche Werte nach Vorgaben des Ausschusses | Von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt |
| Ausfallquote (LGD) | Aufsichtliche Werte nach Vorgaben des Ausschusses | Von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt |
| Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) | Von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt | Von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt |
| Restlaufzeit (M) | Aufsichtliche Werte nach Vorgaben des Ausschusses
oder nach nationalem Ermessen von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt (wobei bestimmte Kredite ausgenommen werden können) |
Von der Bank auf Basis interner Einschätzungen ermittelt (wobei bestimmte Kredite ausgenommen werden können) |
Quelle: Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2003b)
Eigenkapitalunterlegung nach dem IRB-Ansatz
Für die Berechnung der nach dem IRB-Ansatz erforderlichen Eigenkapitalunterlegung für Kredite werden folgende Angaben benötigt:
| EAD | = | Exposure at Default (erwartete Höhe des Kredits bei Ausfall) |
| LGD | = | Loss given Default (Ausfallquote, geschätzte Höhe eines Verlustes bei Ausfall) |
| PD | = | Probability of Default (Die Ausfallwahrscheinlichkeit über einen bestimmten Zeitraum) |
| M | = | Effective Maturity (effektive Restlaufzeit) |
Die Formel für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung nach dem IRB-Ansatz lautet darauf aufbauend wie folgt:
Eigenkapitalunterlegung = EAD x Risikogewicht (= LGD x PD x M)
Bei einer Berechnung für die Kreditvergabe wird nicht wie bei dem Standardsatz in die Aktiva zwischen Staaten, Banken und Unternehmen unterschieden. All diese Gruppen von Kreditnehmern werden bei IRB-Ansätzen gleich behandelt.
Auf Möglichkeiten zur Minderung des Kreditrisikos wurde erst mit dem dritten Konsultationspapier eingegangen. So enthalten die im Basisansatz vorgegebenen LGD-Werte (Ausfallquoten) schon diverse Absicherungsarten. Im Gegensatz dazu können Banken im f ortschrittlicheren IRB-Ansatz bei der Berechnung des LGD-Wertes Sicherheiten mit einfließen lassen.
Nachdem wir uns auf dieser und der vorangegangenen Seite mit dem Rating von großen Unternehmen beschäftigt haben, beleuchten wir auf der nächsten Seite, welche Rating-Ansätze es für die Beurteilung von Privatpersonen sowie kleinen und mittleren Unternehmen gibt... >>>
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