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Aufbau und Umsetzung einer Strategie zur Altersvorsorge
Es ist kein Mythos mehr, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, einen finanziell sorglosen Lebensabend zu verbringen. Gerade deshalb ist eine private Altersvorsorge notwendig. Doch viele Deutsche scheuen sich noch immer davor, Konsequenzen zu ziehen und für das Alter vorzusorgen. Trotz dessen, dass sich viele bei dem Thema einfach überfordert fühlen, raten Finanzexperten dazu, das Sparen für den Ruhestand strategisch zu planen, um dann genug Geld auf der hohen Kante liegen zu haben. Die nachfolgend skizzierten Punkte sollen dabei helfen, eine individuelle Altersvorsorgestrategie zu entwickeln und umzusetzen.
Status quo ermitteln
Wer der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegt, sollte zuerst einmal ermitteln, wie hoch die Rente ausfallen könnte. Diese Angaben sind in der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung enthalten. Die dort errechneten Beträge berücksichtigen bereits die Tatsache, dass das heutige Rentenniveau von durchschnittlich 48 Prozent des Bruttoeinkommens bis 2020 auf bis zu 46 und bis 2030 sogar auf bis zu 43 Prozent sinken wird. Zur gesetzlichen Rente hinzuzuzählen wären dann weiter eventuelle Leistungen aus betrieblichen oder privaten Vorsorgeverträgen, wie z. B. Riester-Rente, Rürup-Rente, Fondssparvertrag. Der errechnete Wert gibt dann das mögliche Einkommen als Rentner wieder, dieser dient als Basis für die nachfolgenden Modellrechnungen.
Versorgungslücken errechnen
Im nächsten Schritt sollte ermittelt werden, wie groß die Spanne zwischen dem Einkommen im Ruhestand und den erwartenden Ausgaben ist. Man sollte allerdings berücksichtigen, dass im Alter oftmals weniger Zahlungsverpflichtungen bestehen wie mit dem aktuellen Einkommen. Hinzu kommt, dass das erwartete Einkommen im Alter von Anlageerträgen und der Höhe der Zinsen abhängt. Trotz dieser Unwägbarkeiten ist die Ermittlung der Versorgungslücke unabdingbar, um wenigstens in etwa die Höhe des zusätzlichen Kapitalbedarfs zu ermitteln.
Verfügbare Mittel berechnen
Vorsorgesparer sollten dann errechnen, welche Mittel ihnen zur zusätzlichen Altersvorsorge zur Verfügung stehen, um zumindest das Defizit ein wenig auszugleichen. Für die Ermittlung des Überschusses ist eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben unbedingt notwendig. Hierbei kann unser Haushaltsrechner wertvolle Dienste leisten.
So früh wie möglich anfangen
Der Einsatz muss nicht hoch sein. Bei vielen Fondsgesellschaften, Banken oder Lebensversicherern ist man schon mit 25 Euro oder 50 Euro dabei. Und es gilt: Je früher man anfängt, umso besser. Wer beispielsweise ein Vermögen von 150.000 Euro aufbauen will, kann bei einem Zinssatz von sechs Prozent entweder 30 Jahre lang jeden Monat 150 Euro ansparen oder muss, wenn er nur zehn Jahre Zeit hat, monatlich über 600 Euro auf die hohe Kante legen.
Prioritäten setzen
Trotz der Erforderlichkeit einer privaten Altersvorsorge ist es wichtig, die eigenen zur Verfügung stehenden Mittel richtig einzusetzen. Denn an erster Stelle sollte immer die Absicherung existenzieller Lebensrisiken – beispielsweise bei der Nachwuchsplanung oder dem Berufsstart - stehen. Erst danach sollte sich über zusätzliche Altersvorsorge Gedanken gemacht werden.
Finanzielle Polster schaffen
Um finanzielle Engpässe zu vermeiden, ist es empfehlenswert, sich eine Liquiditätsreserve von drei bis sechs Nettomonatsgehältern beiseite zu legen. Dies hilft bei der kurzfristigen Finanzplanung, beispielsweise bei zwingend erforderlichen Anschaffungen oder zur Vermeidung hoher Überziehungszinsen etwa auf dem eigenen Girokonto. Die Tilgung von Schulden – etwa eines Ratenkredites – sollte immer oberste Priorität haben.
Zusammensetzung der Anlage beachten
Bei der Rendite einer Lebensversicherung handelt es sich um eine Kombination aus einem garantierten Zinssatz und einer Überschussbeteiligung. Ein Großteil der Kundengelder wird in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) angelegt, denn die Versicherungsgesellschaften sowie die Banken sind verpflichtet, die Kundengelder gewinnbringend anzulegen, bzw. mit den Geldern wirtschaftlich zu handeln. Der Rest des Kapitals der Anleger wird auf Immobilien und Aktien verteilt. Die Aktienanteile sind je nach Versicherer unterschiedlich; durchschnittlich dürfte diese Quote aktuell etwas über 10 Prozent betragen.
Vergleichen lohnt sich
Da die Kosten einer Altersvorsorge nicht unerheblich sind, sollten sich immer mehrere Angebote eingeholt und verglichen werden. Denn gerade bei langfristigen Verträgen wird der Ertrag durch viele Gebühren geschmälert.
Ohne Kontrolle keine Unterschrift
Es sollte nichts unterschrieben werden, was unverständlich ist. Oftmals haben Banken Zertifikate als sichere Geldanlage verkauft, denen eine komplizierte Zusammensetzung zugrunde lag, und die dann in der Finanzkrise zu Hauf zu Verlusten geführt haben.
Staatliche Förderungen nutzen
Weiter sollte geprüft werden, ob die Möglichkeit besteht, staatliche Förderung in Anspruch zu nehmen. Diese besteht bei der Riester-Rente, der Rürup-Rente, der geförderten betrieblichen Altersvorsorge und beim Bausparen. Die Förderrente sollte man einer nicht geförderten Anlage vorziehen.
Objektiv bleiben
Mit einer nüchternen Einstellung sollte man auch einem Finanzberater, Bankangestellten oder Versicherungsvertreter entgegentreten. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese auf den Verkauf der Finanzprodukte abzielen. Es empfiehlt sich, sich nach seinem Verdienstmodell zu erkundigen, dies könnte hilfreich sein, um die Empfehlung der Experten kritisch einzuordnen.
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